Tränkewasser für die die Tierhaltung

Allgemeines

Im wesentlichen ähneln die Anforderungen an das Wasser für Viehtränken denen der Trinkwasser-Anforderungen. Es gibt aber eine Reihe von Unterschieden, die ein Vergleich der unten angegeben Tabellen mit denen der Trinkwasserverordnung zeigt. Auch ist die rechtliche Handhabung anders. Dazu sollte der unten genannte Leitfaden eingesehen werden.Wichtig ist dabei, dass Tränkewasser kein Abwasser aus anderen Tierhaltungen enthält, da sonst die Verbreitung von Tierkrankheiten aus anderen Tierbeständen möglich ist. Blaualgentoxine aus Seen, Teichen, Flüssen, Pfützen usw. sollten ebenfalls nicht in größerer Menge enthalten sein, da manche Tiere hier sehr empfindlich reagieren und evtl. sogar sterben können. Rechtliche Regelungen hierzu sind in einer Fußnote der Anlage 6 der Futtermittelverordnung enthalten. Danach soll das Wasser zur Tränke von Tieren dem Artikel 4 der EG-Trinkwasserrichtlinie (98/83/EG) entsprechen.

Hygienische Qualität von Tränkwasser

Im Jahr 2007 hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Leitfaden "Hygienische Qualität von Tränkwasser" als Orientierungsrahmen zur futtermittelrechtlichen Beurteilung veröffentlicht. Wer sich für die Anforderungen an Tränkwasser interessiert, sollte sich auf jeden Fall einmal diese Publikation ansehen. Orientierungswerte aus diesem Leitfaden sind in den folgenden Tabellen (verändert) zitiert.

Tabelle 1: Biologische Qualität
Parameter
Empfehlung, Orientierungswert
Salmonella
0/100 ml
Campylobacter
0/100 ml
E. coli
0/10 ml
Gesamtkeimzahl bei 37 °C
1.000 KBE/ml
Gesamtkeimzahl bei 20 °C
10.000 KBE/ml

Tabelle 2: Empfehlungen für Orientierungswerte zur Bewertung der physikalisch-chemischen
Tränkwasserqualität (eingespeistes und im Verteilersystem befindliches Tränkwasser)
im Sinne der Futter- und Lebensmittelsicherheit
Parameter (Einheit)
Orientierungswert
Bemerkungen (mögliche Störungen)
pH-Wert
> 5, < 9
Korrosionen im Leitungssystem, pH < 5: sauer und möglicherweise korrosiv wirkend, Zusatz organischer Säuren kann pH-Wert senken
Elektrische Leitfähigkeit (µS/cm)
< 3000
evtl. Durchfälle bei höheren Werten, Schmackhaftigkeit
Lösliche Salze, gesamt (g/L)
< 2,5
-
Oxidierbarkeit (mg/L)
< 15
Maß für Belastung mit oxidierbaren Stoffen, Maß für organische Substanzen im Wasser (< 5 mg/L für eingespeistes Wasser)
Zeichenerklärung: < bedeutet "kleiner als", > bedeutet "größer als"

Tabelle 3: Empfehlungen für Orientierungswerte zur Bewertung der chemischen
Tränkwasserqualität (eingespeistes und im Verteilersystem befindliches Tränkwasser)
im Sinne der Futter- und Lebensmittelsicherheit
Parameter (Einheit)
Orientierungswert
Bemerkungen (mögliche Störungen)
Ammonium (mg/L)
< 3
Hinweis auf Verunreinigung
Arsen (mg/L)
< 0,05
Gesundheitsstörungen, Minderleistung
Blei (mg/L)
< 0,1
-
Cadmium (mg/L)
< 0,02
-
Calcium (mg/L)
500
Funktionsstörungen, Kalkablagerungen in Rohren und Ventilen, Zusetzen von Leitungen und Nippeltränken
Chlorid (mg/L)
< 250 (Geflügel)
< 500 (sonstige Tierarten)
Feuchte Exkremente (Geflügel)
Eisen (mg/L)
< 3
Antagonist zu anderen Spurenelementen, Eisenablagerungen in Rohren, Biofilmbildung, Geschmacksbeeinflussung, Zusetzen von Leitungen und Nippeltränken
Fluor (mg/L)
< 1,5
Störungen an Zähnen und Knochen
Kalium (mg/L)
< 250 (Geflügel)
< 500 (sonstige Tierarten)
Feuchte Exkremente (Geflügel)
Kupfer (mg/L)
< 2
Gesamtaufnahme bei Schafen und Kälbern berücksichtigen, Orientierungswert problematisch für Schafe sowie Kälber mit Milchaustauscher (kupferarme Milchaustauscher verwenden)
Mangan (mg/L)
< 4
Ausfällungen im Verteilersystem, Biofilme möglich
Natrium (mg/L)
< 250 (Geflügel)
< 500 (sonstige Tierarten)
Feuchte Exkremente (Geflügel)
Nitrat (mg/L)
< 300 (ruminierende Wiederkäuer)
< 200 (Kälber und andere Tierarten)
Risiken für Methämoglobinbildung, Gesamtaufnahme berücksichtigen
Nitrit (mg/L)
< 30
Risiken für Methämoglobinbildung, Gesamtaufnahme berücksichtigen
Quecksilber (mg/L)
< 0,003
Allgemeine Störungen
Sulfat (mg/L)
< 500
Abführender Effekt
Zink (mg/L)
< 5
Orientierungswert nur bei Herstellung von Milchaustauscher-Tränke
Zeichenerklärung: < bedeutet "kleiner als", > bedeutet "größer als"

Weitere Hinweise

Mehrfach wird unabhängig von dem oben genannten Leitfaden in der Literatur darauf hingewiesen, dass Tiere auch höher konzentriertes Wasser (noch bis 10 g/l) vertragen können, wenn hauptsächlich Natrium und Chlorid vorliegen. In der Regel soll aber die Konzentration 5 g/l nicht überschreiten. So werden für die Viehtränke folgende Mineralstoffgrenzwerte angegeben:

Tiere
Grenzwert
Geflügel
2.860 mg/l
Schweine
4.290 mg/l
Pferde
6.435 mg/l
Milchkühe
7.150 mg/l
Fleischrinder
10.100 mg/l
Schafe
12.900 mg/l

Siehe hierzu auch die Seite Beregnungswasser für Freilandkulturen.


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